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Datenkompass Stadtbezirke aktualisiert
Das Statistische Amt hat den Datenkompass Stadtbezirke Stuttgart aktualisiert. "Das nun in dritter Auflage erschienene Online-Statistikkompendium ist die umfangreichste Gesamtpublikation über die 23 Stuttgarter Stadtbezirke", so Bürgermeister Dr. Martin Schairer.

Datenkompass Stadtbezirke aktualisiert

28.12.2010 Stadtbezirke


Das Statistische Amt hat den Datenkompass Stadtbezirke Stuttgart aktualisiert. “Das nun in dritter Auflage erschienene Online-Statistikkompendium ist die umfangreichste Gesamtpublikation über die 23 Stuttgarter Stadtbezirke“, so Bürgermeister Dr. Martin Schairer.

Der Datenkompass fasst die wichtigsten, statistisch verfügbaren Daten und Informationen zu den Stadtbezirken der Landeshauptstadt in einem Band mit über 400 Seiten zusammen. Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amts: “Damit wird den in den Stadtbezirken tätigen Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorstehern, Bezirksbeiräten, den Parteien und Gruppierungen, Vereinen, der örtlichen Wirtschaft sowie den Bürgerinnen und Bürgern ein breit gefächertes Informationsangebot unterbreitet.“ Durch das attraktive und gut lesbare Layout des Datenkompasses erschließen sich dem Nutzer die Informationen leicht.

Stadtbezirke im Profil
Den zentralen Teil des Datenkompasses stellen die Kapitel “Stadtbezirke im Profil“ dar. Darin wird jeder Stadtbezirk auf zehn bis zwölf Seiten vorgestellt. Eine Übersicht zur historischen und städtebaulichen Entwicklung jedes Stadtbezirks ist den einzelnen Tabellen vorangestellt. Ein Luftbild, Karten zur Flächennutzung und Siedlungsentwicklung sowie Fotografien mit charakteristischen Ansichten des Stadtbezirks geben einen optischen Eindruck.

Die wichtigsten Angaben zur Struktur und Entwicklung eines Stadtbezirks finden sich auf der jeweils dritten Seite der Stadtbezirksprofile. Hier zeigen vier Bevölkerungspyramiden, wie sich zwischen 1975 und 2009 der Altersaufbau der Bevölkerung verändert hat. Zudem wird in einer gesonderten Grafik für insgesamt 20 Merkmale dargestellt, in welchem Umfang die Struktur des jeweiligen Stadtbezirks von der Struktur der Gesamtstadt abweicht. Im Tabellenteil sind die einzelnen Stadtbezirke in 27 Einzeltabellen statistisch beschrieben. Die Tabellen setzen sich durchschnittlich aus über 1000 einzelnen Werten der Einwohner-, Kraftfahrzeug-, Flächen-, Wohnungs- und Sozialstatistik und vielen anderen Datenquellen zusammen.

Stadtbezirke im Vergleich
Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Datenkompasses nimmt das Kapitel “Stadtbezirke im Vergleich“ im ersten Abschnitt des Datenkompasses “Gesamtstadt, Erläuterungen, Definitionen und Nachweise“ ein. Diese Tabellen geben einen Überblick über Struktur- und Entwicklungsunterschiede der einzelnen Bezirke bei zentralen Merkmalen und Indikatoren. Besonders hohe oder niedrige Werte sind optisch hervorgehoben. Eine neben der Tabelle stehende Grafik gibt die Unterschiede zwischen den Stadtbezirken als Ranking wieder. Um Strukturunterschiede und die Dynamik innerhalb Stuttgarts zu zeigen, wird im Kapitel „Stuttgart in Karten“ eine Auswahl an Merkmalen kartografisch dargestellt. Die Karten sind thematisch geordnet. Sie visualisieren unter anderem die geografische Lage Stuttgarts, die natürlichen Grundlagen sowie die klimatischen Bedingungen. Aber auch die Veränderungen der Siedlungs- und Einwohnerstruktur, die Bautätigkeit und der Wohnungsbestand, sowie viele andere kleinräumig differenzierte Sachverhalte sind dargestellt.

Wichtige Infos für die Bezirke
“Der neue Datenkompass Stadtbezirke des Statistischen Amts hat eine grundlegende Bedeutung für die Informationsversorgung der Stadtbezirke“, fasst Bürgermeister Schairer zusammen. “Mit seiner Hilfe können örtliche Strukturen und Besonderheiten erkannt werden. Aber auch Entwicklungen können durch Quervergleiche mit den anderen Stadtbezirken richtig eingeschätzt werden. Dieser Stadtbezirksatlas leistet auch einen Beitrag zur Stärkung der Stadtbezirke, denn ohne objektive und verlässliche Informationen können auf keiner politischen Ebene fundierte Entscheidungen vorbereitet und getroffen werden.“

Der Datenkompass Stadtbezirke ist für jeden Stadtbezirk einzeln online unter www.stuttgart.de/publikationen oder unter den jeweiligen Internetseiten der Stuttgarter Stadtbezirke als „Stadtbezirksprofile“ unter www.stuttgart.de als PDF-Dokument kostenlos abrufbar.

Ausgewählte Datenbeispiele aus dem Datenkompass Stadtbezirke Der einwohnerstärkste Stadtbezirk Stuttgarts ist Bad Cannstatt (67 859 Einwohner), gefolgt von den im Inneren Stadtgebiet liegenden Stadtbezirken West (51 746 Einwohner) und Ost (47 727 Einwohner). In den kleinsten Stadtbezirken Münster (6 411 Einwohner) und Birkach (6 727) leben jeweils ca. 1,1 Prozent der Einwohner Stuttgarts. Positive Einwohnerentwicklungen seit 1990 hat es vor allem in Plieningen (+ 11,3 %), Vaihingen  (+ 9,1 %) und Sillenbuch (+ 8,5 %) gegeben. Eine negative Einwohnerentwicklung in den letzten 20 Jahren hatten dagegen Stuttgart-Mitte (- 9,6 %), Wangen (- 7,6 %) und Stuttgart-West (- 6,3 %).
  Der flächenmäßig größte Stadtbezirk ist Vahingen mit 20,89 km2, gefolgt von den Bezirken West (18,64 km2), Bad Cannstatt (15,71 km2), Möhringen (15,04 km2) und Plieningen (13,08 km2).
  Der klassische Indikator zur Bevölkerungsdichte (Einw./km2) ist angesichts der unterschiedlich hohen Anteile an Freiflächen wie z.B. Waldflächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen in den einzelnen Stadtbezirken in Stuttgart nicht sehr aussagekräftig. Aus diesem Grund wird im Datenkompass der Indikator Siedlungsdichte errechnet, der den Einwohnerbestand eines Stadtbezirkes auf die Siedlungs- und Verkehrsfläche des jeweiligen Stadtbezirks bezieht. Hier zeigt sich deutlich die Enge im Innenstadtbereich, sind doch die Stadtbezirke West (ohne Solitude und Rotwildpark; 12 682 Einw./km2), Süd (9 373 Einw./km2) und  Ost (7 641 Einw./km2) die Stadtbezirke Stuttgarts mit der höchsten Siedlungsdichte.
  Das Durchschnittsalter liegt in Stuttgart inzwischen bei 42 Jahren, der “durchschnittliche Stuttgarter“ hat damit das so genannte “Schwabenalter“ (40 Jahre) bereits überschritten. Im Vergleich der Stadtbezirke kann eine starke Altersdifferenzierung festgestellt werden. Mit einem “Durchschnittsalter“ von 39,7 Jahre ist der Stadtbezirk Mitte der vergleichsweise „jüngste“ Stadtbezirk, Sillenbuch und Botnang mit einem Durchschnittsalter von 45,6 Jahre hingegen die “ältesten“ Stadtbezirke. Der Anteil der Senioren (65 Jahre und mehr) liegt im Stadtbezirk Mitte mit 12,8 Prozent deutlich unter dem Anteil der Senioren in Sillenbuch (25,7 %) oder Botnang (26,0 %). Der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung – zwischen 18 und  65 Jahren – ist in den Inneren Stadtbezirken Mitte (77,2 %), West (72,9 %) und Süd (72,0 %) am höchsten. Relativ niedrige Erwerbsfähigenanteile sind in Sillenbuch (58,4 %), Botnang (59,1 %) und Mühlhausen (60,0 %) beobachtbar.
  Die meisten Familien mit Kindern unter 18 Jahren wohnen in Bad Cannstatt, gefolgt von den Stadtbezirken Ost und Vaihingen. Damit spiegelt sich in diesen Zahlen primär die Einwohnerzahl im jeweiligen Stadtbezirk wider. Um jedoch strukturelle Unterschiede zwischen den Stadtbezirken feststellen zu können, wird im “Datenkompass Stadtbezirke“ die Zahl der Familien mit Kindern unter 18 Jahren auf die in den jeweiligen Stadtbezirken wohnenden Haushalte bezogen. Relativ gesehen die meisten Familien mit Kindern wohnen demnach in  Weilimdorf (23,4 % aller Haushalte), Obertürkheim (22,1 %) und Stammheim (21,8 %). Die drei Stadtbezirke des Inneren Stadtgebietes Mitte (9,8 %), West (12,7 %) und  Süd (14,2 %) weisen die geringste “Familienhäufigkeit“ auf, und dies obgleich diese Stadtbezirke eine vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur aufweisen. Der Stadtbezirk Mitte hat mit 1,0 Geburten je Frau im “gebärfähigen“ Alter die geringste Geburtenziffer aller Stadtbezirke in Stuttgart.
  Die drei Stadtbezirke des Inneren Stadtgebietes Mitte, West und Süd sind bevorzugte Wohnstandorte von Einpersonenhaushalten. Im Stadtbezirk Mitte sind fast zwei Drittel (66,3 %) aller Haushalte Single-Haushalte. In den Stadtbezirken West und Süd liegt der Anteil der Single-Haushalte bei 61,0 bzw. 58,5 Prozent und damit ebenfalls deutlich über dem Gesamtstadtdurchschnitt in Stuttgart (50,3 %). Lediglich in Mühlhausen (38,5 %) und Weilimdorf (38,8 %) liegen die Anteile der Singlehaushalte unter 40 Prozent.
  Die Wohnfläche pro Person beträgt aktuell in Stuttgart insgesamt 37,5 m2. Der höchste Wohnflächenanspruch ist in den Stadtbezirken Degerloch und Sillenbuch festzustellen, gefolgt von Botnang und Möhringen. So bewohnt in Degerloch eine Person im Durchschnitt 43,6 m2 und damit 16,3 Prozent mehr als im Gesamtstadtdurchschnitt.
  Die Stadtbezirke Sillenbuch, Degerloch, Birkach, Botnang, Plieningen und Möhringen weisen den geringsten Anteil an ausländischen Einwohnern auf, während die Stadtbezirke Wangen, Bad Cannstatt, Mitte, Zuffenhausen und Untertürkheim in verstärktem Umfang Wohnstandorte ausländischer Mitbürger sind. So besitzt in Wangen fast jeder dritte Einwohner einen ausländischen Pass, in Sillenbuch hingegen nur jeder zehnte Einwohner.
  Das statistisch aussagekräftigere Merkmal ist der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund, der in Stuttgart aktuell bei 38,9 Prozent liegt. Mit einem Anteil in Höhe von 49,0 Prozent hat in Zuffenhausen fast jeder zweite Einwohner einen Migrationshintergrund. Auch die Stadtbezirke Bad Cannstatt (47,7 %), Wangen (47,2 %), Mühlhausen (44,6 %) und Mitte (44,0 %) weisen einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund auf.
  Die Stadtbezirke mit hohen Anteilen an Einwohnern mit Migrationshintergrund sind auch diejenigen, in denen die Übergangsquoten auf das Gymnasium am niedrigsten sind, so in den Stadtbezirken Wangen, Münster, Mühlhausen (jeweils unter 40 %). Fast doppelt so hoch hingegen sind die Übergangsquoten der Grundschüler in Degerloch (73,3 %). Überdurchschnittlich hohe Anteile lassen sich auch für die Stadtbezirke Botnang (69,9 %), Birkach (69,6 %), Stuttgart-Nord (68,3 %) und Sillenbuch (65,2 %) konstatieren.
  Als Stadtbezirke mit hoher Arbeitslosigkeit sind Zuffenhausen, Wangen und Mitte, als Stadtbezirke mit geringer Arbeitslosigkeit alle auf der Filderhochfläche gelegenen Stadtbezirke wie Degerloch, Vaihingen, Möhringen, Plieningen und Botnang charakterisiert.
  Stammheim weist den höchsten PKW-Besatz in Stuttgart auf und übertrifft mit dem Wert von 449 privaten PKW je 1000 Einwohner die PKW-Dichte im Stadtbezirk Sillenbuch (430 private PKW je 1000 EW). Hoch ist auch die PKW-Dichte im Stadtbezirk Degerloch (424) sowie in Hedelfingen (422) und Botnang (418). Sämtliche Innenstadtbezirke bilden demgegenüber die “Schlusslichter“ in der PKW-Dichte . Die wenigen, hier aufgelisteten Merkmale und Indikatoren zeigen bereits die hohe Heterogenität, die sich aufgrund der Siedlungsentwicklung und der besonderen topografischen Gegebenheiten dieser Stadt herauskristallisiert hat. Diese Vielfalt verstärkt sich noch, wenn nicht die 23 Stadtbezirke Stuttgarts als räumliche Bezugsebene gewählt werden, sondern das Stadtgebiet in die insgesamt 152 Stadtteile untergliedert wird. Diese lassen sich jedoch nur noch bedingt in Tabellenform veröffentlichen. Aus diesem Grund sind in dem vom Statistischen Amt veröffentlichten Datenkompass Stadtbezirke Stuttgart auch 14 Karten integriert, die auf der kleinräumigen Ebene der Stadtteile die vorhandenen und nachweisbaren Entwicklungen und Strukturen visualisieren.
 





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Quelle: Stadt Stuttgart / 00.00.0000

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